Biografie



BIOGRAFIE

„Was willst Du denn mal werden" fragte die Klassenlehrerin, und wie aus der Pistole geschossen antwortete Ingrid, mal eben 7 Jahre alt: Sängerin oder Lehrerin.
Dass beides einmal wahr werden sollte, konnte sie in der ersten Klasse nicht wissen, und natürlich war diese Antwort auch schon bald wieder vergessen.

Als Ingrid Peters, damals noch Ingrid Probst, 1962 die 2. Klasse besuchte, wurden für das Märchen „Peterchens Mondfahrt" Mitspielerinnen für das Saarbrücker Staatstheater gesucht.
Mehrere Tage dauerte das Casting, und Ingrid bekam schließlich die Rolle von Peterchens Engel.

In den darauf folgenden Jahren spielte sie in mehreren kleinen Theaterstücken, die von der Schule inszeniert wurden, die Hauptrollen.
Die Kleine hatte früh das Glück, von Menschen umgeben zu sein, die ihr aussergewöhnliches Talent entdeckten und alles daran setzten, es zu fördern. Als Tochter eines hochtalentierten Musikers war es auch nur recht, die Familientradition fortzusetzen. So war es klar, dass mit dem Instrumentalunterricht (Blockflöte, Klavier, Gitarre autodidaktisch) der Grundstein für ein fundiertes musikalisches Empfinden gelegt wurde. „Wenn sich meine Käthe (Ingrids langjährige Musiklehrerin) nicht so für mich ins Zeug gelegt hätte, wäre ich nie das geworden, was ich bin" sagt Ingrid auch heute noch über das damalige große Engagement ihrer mittlerweile lieben Freundin.

Persönliche Förderung seitens der Familie erhielt Ingrid kaum. Nur zu gut wusste der Vater, Gitarrist beim Saarländischen Rundfunk, wie schwer das Leben eines Musikers ist. Und so landete das erste und auch das zweite Angebot verschiedener Plattenfirmen im Papierkorb. „Lern was Sicheres" war die Devise. Deshalb studierte Ingrid Peters nach dem Abitur erst einmal für das Lehramt an Grund und Hauptschulen Sport und Arbeitslehre. Nur an den Wochenenden sang sie zur Gitarre oder mit einer Band in GI-Clubs und Tanzlokalen.

Doch zu verhindern war ihre Entdeckung nicht.

1975 spielte Ingrid mit ihrer ersten Band New Power in einem Tanzlokal in der Nähe von Saarbrücken, als Eddy Bachinger, der damals noch für die CBS arbeitete, sich von ihr heimlich einen Bandmitschnitt besorgte und ihn in der Firma vorspielte.

 

New Power

Die Begeisterung war groß, und Ingrid wurde zu Probeaufnahmen gebeten.
Kurze Zeit später folgte eine Einladung zu einem Talentwettbewerb in Frankfurt, den sie mit der Höchstpunktzahl von jeweils 6 Punkten pro Juror haushoch gewann.
Noch immer war Ingrid nicht unbedingt daran interessiert, „so eine" Karriere zu machen, hatte sie doch gerade erst ihr Studium begonnen, das sie auch unbedingt zu Ende bringen wollte.

Nur die Überredungskünste von Eddy Bachinger brachten sie dazu, einen Vertrag zu unterschreiben. Ihr Kommentar: „Na ja, dann kann ich bei meinen Enkelkindern mal angeben und meine Platte zeigen!"

Im Oktober 1975 wurde ihre 1. Single "Hände weg von Harry Schmidt" produziert, die aber als solche nicht veröffentlicht wurde. Seitens der Plattenfirma hatte man sehr schnell bemerkt, welche Perle man da in Händen hielt.
Statt dessen entschloss man sich, doch lieber eine LP zu produzieren, die mit einem unglaublichen Presseaufwand im Frühjahr 1976 auf den Markt kam.
„Komm doch mal rüber" war der Startschuß für eine Karriere, die bis heute andauert.

Immer noch ist Ingrid Peters die einzige deutsche Schlagersängerin, die mit einem Album gestartet wurde, für dessen Cover kein Geringerer als der Starfotograf Jim Rakete engagiert wurde. Die "Goldene Europa" als Entdeckung des Jahres war die Krönung für diese Mühe.

 

Dennoch sollte alsbald gebremst werden, was so schwungvoll begonnen hatte: Zum einen wollte Ingrid auf jeden Fall ihr Studium beenden und zum anderen stand ein schwerer Schicksalsschlag ins Haus: Dieter Zimmermann, ihr Komponist und Produzent, verstarb.
Eddy Bachinger, mittlerweile Produzent bei CBS, übernahm diese schwere Aufgabe für die Single „Schmeiss den Kuckuck aus dem Nest" von Jean Frankfurter. Ein Hit, der „Komm doch mal rüber" in nichts nachstand.

Mit dem Wechsel zu Produzent Werner Schüler begann danach für Ingrid Peters die bis dahin erfolgreichste Zeit. „Du bist nicht frei" war der erste Versuch und zugleich ein Beitrag zur Vorentscheidung zum Grand Prix.
„Feigling", „Nicht zu fassen" und „Weißt Du wo du hingehst" sind nur einige der Cover-Versionen, die Ingrid in dieser Zeit einspielte.

Doch die Zeiten hatten sich geändert, man schrieb die späten 70-ger, Anfang der 80-ger: Schlager waren nicht mehr in.
Trotzdem schaffte es Ingrid Peters immer wieder, mit ihren Liedern gute Chartsplatzierungen zu erreichen. Sie war das POP-Girl, und ihre Musik eben immer ein wenig anders als die der anderen.
Immer schon strahlte sie mehr Engagement, mehr Kraft aus als ihre Kolleginnen.
Nicht schön, nicht berühmt sein, sondern gut sein, war schon damals ihre Überzeugung; die Musik empfinden, die man macht, ehrlich sein, natürlich, nicht gekünstelt. Der Weg war das Ziel, nicht der Schein, nicht das ganze Drumherum.

Die Bühne war und ist noch immer das, wofür sie lebt. Live singen, mit Band, das große Glück auf Erden. Und weil Ingrid Peters die Aufgabe, jedes Publikum zu faszinieren, so hervoragend lernt, gehört sie schnell zu den meistgebuchten deutschen Interpretinnen im Gala-Geschäft. Von einem Auftritt zum anderen, schnell mal eben Lothar Stein heiraten, einen Sohn bekommen, Platten produzieren, zahllose Fernseh- und Rundfunkauftritte: ein schier unübersehbarer Berg von Aufgaben, den sie scheinbar spielerisch bewältigt.

Dann kommt „Afrika", Nr. 1-Hit der ZDF Hitparade, und ganz Deutschland groovt mit. „Viva la Mama" , das Album „Schwarz und weiß" und die Teilnahme am Grand Prix mit „Über die Brücke geh'n" in Bergen, Veröffentlichungen in Australien, Kanada, Frankreich, Österreich, Schweiz und Israel, Fernsehauftritte, Festspiele in Belgien und in Korea, Gastspiele in aller Herren Länder folgen in immer schnellerer Folge aufeinander. Der Zug zum Erfolg-total rollt...
.... zu schnell für eine junge, zierliche Frau: Sie verliert den Überblick - hat keine Kontrolle mehr über ihr Leben, verliert sich... und steigt aus.

Im Herbst 1986 kündigt sie von sich aus ihren hochdotierten Plattenvertrag bei Ralph Siegel: Weg von der Popularität, um die sie jeder beneidet. Nur noch das Wesentliche machen, ist das neue Ziel. Singen ja, aber keine Platten mehr, kein Fernsehen, keine ständige Medienpräsenz.

Wer jetzt denkt, Ingrid Peters sei „abgestürzt", irrt sich gewaltig.
Klar - sie erscheint auf einmal nicht mehr auf deutschen Bildschirmen - aber "da" ist sie immer noch.
Nach wie vor ist sie der absolute Renner in der Galaszene - weil ihre Show nicht nur vom Tagesschlager lebt, sondern von ihrer Persönlichkeit. Ihr Witz, ihr Charme, ihre Stimmgewalt und ihr unglaubliches Temperament sind das, was jedes Publikum mitreisst.
Die ungeheure Freude, die sie beim Singen empfindet, überträgt sich auf jeden Gast im Saal.

Ob ihr nichts fehle, fragen die Kollegen. Nein, eigentlich nicht. Oder doch?
1994 - Zwei Begegnungen: Eine mit Reinhard Fendrich, der ihr erzählt, wie schwer er sich mit dem Texten tut. Er gibt ihr Tips, wie man am besten arbeitet, und spricht über das Glück, das man empfindet, wenn man seine eigenen Texte singt.
Eine mit Pe Werner, die sie auffordert, wieder etwas zu tun. „Jemand wie du muss einfach dabei sein. Warum rufst du nicht mal Dieter Falk an, der Mann ist klasse!"

Und der Mann ist klasse. Die beiden verstehen sich auf Anhieb prima, und ganz schnell entstehen gemeinsame Titel, genug für ein ganzes Album.
Man sucht einen Verleger, eine Plattenfirma. Gar nicht so einfach in diesen Zeiten, wo alles, was auch nur im entferntesten nach Schlager klingt, absolut verpönt ist. Da hilft auch ein guter Name nicht viel.
Doch das Kunststück gelingt, und 1995 erscheint die CD „Aufgewacht". Singles werden ausgekoppelt, die ersten TV-Auftritte stellen sich wieder ein. Ein wunderbares Echo: „Endlich bist du wieder da" bekommt sie zu hören, und "mach bloß weiter", als erste Zweifel, wieder in diese Tretmühle zu geraten, in ihr aufkommen.

1997: Teilnahme am Deutschen Schlagerfestival. „Komm und halt mich fest" wird von der Fachjury auf Platz 1 gewählt, doch das Publikum trifft eine andere Entscheidung. Trotzdem (oder gerade deswegen) entwickelt sich dieses Lied zu einem Hit. Die Rundfunkredakteure zollen dem Können einer Frau ihren Tribut.

Willy Klüter, der Komponist des Songs, sollte nun weitere Erfahrungen sammeln dürfen mit einer Sängerin, die einfach in kein Schema passt. Das Album „Musik ist Gefühl" entsteht.
Gleichzeitig produziert Ingrid ein Weihnachtsalbum mit Wilfried Peetz: „Weihnachten daheim". Nachdenklich, zärtlich, selbstbewusst und ehrlich, fordernd und nachgiebig und noch lange nicht mit dem Erreichten zufrieden, so zeigt sich heute eine Künstlerin, von der mit Sicherheit noch sehr viel zu erwarten ist.
Wie zum Beispiel die sensationelle One-Woman-Musical-Show "Bin ich denn total verrückt?!" zu ihrem 25jährigen Bühnenjubiläum in der Congresshalle ihrer Heimatstadt Saarbrücken!


 

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